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Puzzlestücke der Feldforschung
04
Nov. 21

Wieder konnten wir ein kleines Puzzlestück in unserer Forschungsarbeit aufdecken.

Das originale Bodenpflaster, welches im Jahr 1944 am Osteingang des Bunker 1 verlegt wurden war, soll wieder der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Pflaster liegt ca. 30 cm unter der heutigen Asphaltstraße auf dem Vereinsgelände.

Arnim Bachmann, Vereinsvorsitzender: „… wir planen eine begrenzte Freilegung und prüfen, wie wir den Bodenfund in unsere Außenausstellung einbinden und den Bezug im historischen Kontext darstellen.“

Auf historischen Fotos entdeckten Mitglieder des Vereins bei Ihrer Forschungsarbeit, am Osteingang des Bunkers 1 Strukturen, die auf Pflastersteine als Bodenbelag hinweisen. Anders als auf der Westseite des Bunker 1, wo die Fläche betoniert wurde.

Nach Auswertung weiteren historischen Bildmaterials, brachte eine Erkundungsgrabung die vermuteten Pflastersteine wieder ans Tageslicht. Unter Trümmerschutt und Erde, in knapp einem Meter Tiefe, konnten wir das Pflaster entdecken.

Bereits im August war der Boden am westl. Eingang des Bunkers wieder freigelegt worden. Auf dieser Seite wurde die Werksstraße wie auch auf dem restlichen Areal klassisch betoniert. Einzig die Fläche im Bereich zwischen Bunker 1 und Tor 1 wurde mit groben Pflastersteinen versehen.

Weshalb auf der einen Seite Pflastersteine und auf der anderen Seite des Bauwerkes Beton zum Einsatz kam ist noch nicht geklärt. Im Moment gibt es weder aus bau- noch verfahrenstechnischer Sicht einen logischen Grund dafür. Warum dies geschehen ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Von April 1944 bis April 1945 wurde tausende von Zwangsarbeitern am Walpersberg zum Bau einer unterirdischen Flugzeugfabrik eingesetzt. Auf der Baustelle herrschten unter anderem immer wieder Mangel an Baustoffen jeglicher Art. So ist denkbar, dass auf Grund von Zementmangel, oder um den Einsatz von Beton zu reduzieren, vorhandene Pflastersteine Verwendung fanden. Wie überall auf der Baustelle wurde für diese körperlich schweren Arbeiten vorrangig Zwangsarbeiter eingesetzt.

Auch nach über 75 Jahren, trotz Demontage und Zerstörung ist dieses Relikt aus der Anfangszeit der REIMAHG noch vorhanden. Es zeigt umso mehr, wie wichtig es ist, dass weiterhin Forschungsarbeit zur Geschichte des Walpersberg geleistet wird und diese für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

Pflaster_Bunker1Tor1