12/2016 Rückkehr nach Kahla


Ritorno di Kahla - Rückkehr nach Kahla

Erneut besuchte eine Delegation aus dem Appeninenort Castelnovo ne’Monti (ITA) am 2.12. die Region Kahla. Grund der Reise war das Kennenlernen von Schülerinnen und Schülern der Mittelschule und des Lyzeums aus Italien und der weiterführenden Schulen in Kahla. Den Schwerpunkt der Begegnung bildete der historische Hintergrund des REIMAHG-Zwangsarbeitereinsatzes von mehr als 40 Bürgern der italienischen Gemeinde im Zweiten Weltkrieg. Ihnen zum Gedächtnis wurden in den vergangenen Jahren „Stolpersteine“ an ihren letzten Wohnorten verlegt.  In Kahla erinnern seit September fünf derartige Steine an die deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger. 

Den gesamten Besuch der italienischen Delegation, der neben 40 Schülern auch Bürgermeister Enrico Bini sowie weitere Politiker und Vertreter der Vereine der italienischen Kleinstadt angehörten, organisierte der Historiker Salvatore Trapani vom Institut Istoreco di Reggio Emilia im Auftrag der Stadt Castelnovo ne’Monti. Nach einem Empfang durch  die Kahlaer Bürgermeisterin Claudia Nissen-Roth  stellte eine Projektgruppe des Gymnasiums Kahla die Geschichte der Stolpersteine an den Verlegestellen vor. Im Anschluss daran luden die 7. Klassen der Regelschule Kahla zu einem Kulturprogramm in die Aula ihrer Schule ein. Bei Tanz und Musik konnten sich die Jugendlichen besser kennenlernen. Schulleiterin Sabine Herold freute sich über den Besuch der italienischen Schüler und sorgte mit herzlicher Gastfreundschaft für positive Gespräche und eine freundschaftliche Atmosphäre.  

Im Anschluss führte Markus Gleichmann vom Geschichts- und Forschungsverein Walpersberg e.V. die italienische Delegation am Walpersberg und erläuterte das Dokumentationszentrum. Neben vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler beantwortete der stellvertretende Vereinsvorsitzende auch die Nachfragen des italienischen Journalisten Jan Meletti. Dieser arbeitet für das auflagenstärkste Tagesblatt in Italien und wird am 9.12. einen Beitrag in der "La Republica“ zu der Thematik veröffentlichen. Auf dem Friedhof in Kahla endete der geschichtliche „Arbeitstag" der  Delegation mit dem Gedenken an die etwa 2000 Opfer des unterirdischen Rüstungswerkes REIMAHG. An dieser Veranstaltung nahmen auch Stadträte und BürgerInnen der Stadt Kahla teil.  

Am frühen Abend trafen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Tages erneut im Rathaus von Kahla. Die beiden italienischen Klassen stellten sich mit selbstgedrehten Videos in englischer Sprache vor. Im Anschluss wurden viele Fragen und Antworten zu ganz alltäglichen Dingen des Schüleralltags ausgetauscht.

Mit der Verabschiedung der Schulklassen ging ein ereignisreicher Tag voller Begegnungen zu Ende. Doch nicht nur die Schüler, auch die Lehrer der teilnehmenden Schulen haben neue Kontakte geknüpft und stehen einem zukünftigen stärkeren Austausch offen gegenüber.

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