Aufsicht und Bestrafung


Die Repressionen gegen ZwangsarbeiterInnen waren unmenschlich. Irena und Zdzislaw Koper schreiben

Auf dem Bau wurden wir von Arbeitern, Meistern und SA bewacht, die zeitweilig Mitglieder der Hitlerjugend zur Hilfe hatten. Manchmal benutzte man auch Hunde. Das gesamte Gebiet der REIMAHG wurde von SS streng bewacht. Die meisten Menschen starben vor Schwäche infolge schlechter Ernährung, durch Schläge und Quälereien.

Жуков Юрій Степанович berichtet

Die Chefs des Lagers, die aber oft wechselten, waren im Wesentlichen deutsche Militärpersonen aus dem Reservebestand/Reservisten o.ä., und russische Wachleute, die gut die deutsche Sprache beherrschten. Einer von ihnen war Николай Трегубов. Er war stellvertretender Chef des Lagers und verstand die deutsche Sprache prächtig. Er war grausam und schnell mit der Strafe. Für irgendwelche Vergehen wurde man verhaftet und ins [Konzentrationslager] geschickt wo er, Gerüchten zu Folge, Henker war. Man hörte, dass er nach der Befreiung von den Insassen des Konzentrationslagers ergriffen und getötet wurde.

Van den Steen beschreibt in seinem Tagebuch die Auswirkungen dieser Lebensbedingungen auf das Verhältnis der ZwangsarbeiterInnen untereinander

08. Dezember, Freitag: Heute schon vier Monate in Gefangenschaft und es gibt große Veränderungen. […] Das Essen war am Anfang recht gut, aber jetzt bekommen wir sehr wenig. Wir kamen gut miteinander aus, doch jetzt ist jeder für sich. Früher wurde gerne geteilt, aber jetzt wird alles versteckt. Es ist kein Leben mehr.